{"id":657,"date":"2012-02-19T19:44:40","date_gmt":"2012-02-19T18:44:40","guid":{"rendered":"http:\/\/ejh.wolzt.at\/?p=657"},"modified":"2024-05-11T21:04:10","modified_gmt":"2024-05-11T20:04:10","slug":"das-wirtshaus-am-see","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.v-a-n.at\/?p=657","title":{"rendered":"Das Wirtshaus am See"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"180\" height=\"250\" src=\"http:\/\/van.elisabeth-joe-harriet.com\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/wirtshausamsee.jpg\" alt=\"Das Wirtshaus am See\" class=\"wp-image-744\" title=\"wirtshausamsee\" srcset=\"https:\/\/www.v-a-n.at\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/wirtshausamsee.jpg 180w, https:\/\/www.v-a-n.at\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/wirtshausamsee-72x100.jpg 72w\" sizes=\"(max-width: 180px) 100vw, 180px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Ein Familienroman von Felicitas Frischmuth-Riedl<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>erschienen 2007<br>\u20ac 14,30 | ISBN 978-3-9502031-6-5<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button has-custom-font-size has-small-font-size\"><a class=\"wp-block-button__link has-background wp-element-button\" href=\"mailto:bestellung@v-a-n.at?subject=Bestellung&amp;body=Ich%20bestelle%20...%20St\u00fcck%20'Das%20Wi%20am%20See'%0A%0ARechnungsadresse:  %0A%0ALieferadresse:\" style=\"border-radius:5px;background-color:#990000\">Bestellen<\/a><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Es w\u00e4re gelogen, w\u00fcrde ich behaupten, dass ich dieses Buch <em>objektiv<\/em> lesen h\u00e4tte k\u00f6nnen. Weder damals, als es erstmals erschienen ist, noch jetzt, wo es neu aufgelegt wird, denn es ist auch meine Vorgeschichte, die da abgehandelt wird. Felicitas Frischmuth war die Schwester meines Vaters, also meine Tante, und sie war auch meine Taufpatin.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin heute um bald ein Vierteljahrhundert \u00e4lter, als sie je geworden ist, und ich erinnere mich auch noch an jene Lori, von der als Kind und jungem M\u00e4dchen in diesem Buch die Rede ist. Es war die sp\u00e4tere Gro\u00dftante R\u00f6ssler aus Berchtesgaden, die stets einen weit ausladenden Hut trug und best\u00e4ndig mit dem Kopf wackelte. Sie kam zu den Hochzeiten und den Begr\u00e4bnissen und inspizierte bei diesen Gelegenheiten uns, die Enkelgeneration, eingehend und mit Hilfe eines Lorgnons.<\/p>\n\n\n\n<p>Der junge Michel, dessen Lebensgeschichte bis zu seinem drei\u00dfigsten Jahr das Hauptthema dieses Buches ist, war mein Gro\u00dfvater, der mit derselben Zerstreutheit wie einst sein Vater auf die Schulzeugnisse, die wir ihm zeigen mussten, reagierte, und mit derselben Ungerechtigkeit. Wie ich \u00fcberhaupt davon ausgehe, dass meine Tante Felicitas f\u00fcr viele Details zur Beschreibung der Generationen vor ihr an ihrem eigenen elterlichen, gro\u00dfelterlichen und vor allem geschwisterlichen Umfeld Ma\u00df genommen hat. Sie war die kleine Schwester von sechs Br\u00fcdern, das bedeutete ein ger\u00fctteltes Ma\u00df an Erfahrung im Umgang mit Halbw\u00fcchsigen.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Figur der g\u00fctigen Kinderfrau Resi, die meinem Gro\u00dfvater und seinen Geschwistern r\u00fchmenswerterweise so manche Tracht Pr\u00fcgel erspart hat, sind wohl einige Z\u00fcge ihrer eigenen Kinderfrau, der Mitzikatz, nachgezeichnet, und in der Schilderung der Streiche des jungen Michel hallen gewiss die der eigenen Br\u00fcder nach, auch die meines Vaters.<\/p>\n\n\n\n<p>Es versteht sich, da\u00df ich als Angeh\u00f6rige der n\u00e4chsten Generation eine andere Sicht auf die Familie habe. Umso wichtiger ist mir der Blickwinkel meiner Tante, der mich einiges mir Unverst\u00e4ndliche zumindest ein wenig besser begreifen l\u00e4\u00dft. Bei der neuerlichen Lekt\u00fcre ist mir vor allem eines klar geworden, n\u00e4mlich wie viel die Geschichte der Familie mit der des Ortes zu tun hat, und wie sehr diese Geschichte auch als b\u00fcrgerliches Soziogramm zu betrachten ist. Aber gerade die Punkte, in denen dieser quasi Roman \u00fcber die Familie hinausw\u00e4chst, rechtfertigen seine Neuauflage.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der ersten Lekt\u00fcre hat mich im Hinblick auf die eigene Identit\u00e4tsfindung vor allem die Geschichte der Familie interessiert, und wie diese mich in meinen Vorlieben zu best\u00e4rken und in meinen Aversionen zu best\u00e4tigen schien. Bei der jetzigen Lekt\u00fcre standen das Interesse an den Zeitl\u00e4ufen sowie das gewachsene Bewu\u00dftsein davon, wie sehr die Umst\u00e4nde den Verlauf eines Lebens beeinflussen k\u00f6nnen, im Vordergrund, aber auch die Erkenntnis, wie \u00e4hnlich sich die Menschen, was ihre Grundausstattung betrifft, \u00fcber Generationen hinweg geblieben sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Daher bin ich froh, da\u00df dieses Buch, das man guten Gewissens als <em>faction<\/em> (im Gegensatz zu <em>fiction<\/em>) bezeichnen k\u00f6nnte, den n\u00e4chsten Generationen nun wieder als lebendig gemachtes St\u00fcck Vergangenheit zur Verf\u00fcgung steht.<\/p>\n\n\n\n<p>Barbara Frischmuth<br>Altaussee, im Winter 2007<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Familienroman von Felicitas Frischmuth-Riedl erschienen 2007\u20ac 14,30 | ISBN 978-3-9502031-6-5 Es w\u00e4re gelogen, w\u00fcrde ich behaupten, dass ich dieses Buch objektiv lesen h\u00e4tte k\u00f6nnen. 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